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Österreich wieder Strom-Exportland

5. Aug.
2 Min. Lesezeit

Österreich ist im Juni 2026 dank hoher Photovoltaik-Erzeugung wieder zum Strom-Exportland geworden. Das teilte der Übertragungsnetzbetreiber Austrian Power Grid (APG) mit. Über den gesamten Monat ergab sich ein Exportüberschuss von 218 Gigawattstunden, an 16 Tagen konnte Österreich bilanziell Strom ins Ausland liefern. Zuvor war das Land neun Monate lang Importland gewesen.


news-desk.org Österreich als Stromexportland
Exportland dank Sonne. Bild: KI-generiert

Möglich wurde die Trendwende durch eine kräftige Hitzewelle mit vielen Sonnenstunden: Die PV-Produktion stieg im Jahresvergleich um 15 Prozent. Damit glich sie sowohl den leicht gestiegenen Stromverbrauch (plus 2,5 Prozent) als auch deutliche Rückgänge bei Windkraft (minus 15 Prozent) und Wasserkraft (minus 2 Prozent) aus. Insgesamt lag die erneuerbare Erzeugung damit fast auf Vorjahresniveau.


APG-Vorstandssprecher Gerhard Christiner betonte, wie eng Österreichs Stromhandelsbilanz von der Verfügbarkeit erneuerbarer Energien abhänge. Überschüsse aus Solarstrom seien exportiert worden, nächtliche Engpässe habe man über Importe ausgeglichen. Auch innerhalb Österreichs floss viel Strom zwischen den Bundesländern: Niederösterreich und Tirol speisten am meisten Energie ins APG-Netz ein, Wien und Kärnten bezogen am meisten daraus.


Die starken Schwankungen bei der erneuerbaren Erzeugung erforderten zudem vermehrt Eingriffe ins Netz. An 25 Tagen im Juni waren laut APG Redispatch-Maßnahmen nötig, um Netzengpässe zu lösen, das sind 12 Tage mehr als im Vorjahresmonat. Dabei gingen 10.105 Megawattstunden Strom aus abgeregelter Wasserkraft verloren. Die Kosten für diese Eingriffe beliefen sich bis Ende Juni auf 37 Millionen Euro, nach 43,5 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres.


Gerhard Christiner: „Der Juni hat einmal mehr gezeigt, wie anspruchsvoll und hochkomplex die Steuerung eines modernen Stromsystems geworden ist. Die hohe Volatilität der erneuerbaren Stromerzeugung machte erneut einen flexiblen Ausgleich auf mehreren Ebenen erforderlich: Überschüsse aus Photovoltaik konnten im Juni exportiert und innerhalb Österreichs dorthin transportiert werden, wo sie benötigt wurden. Gleichzeitig wurden Defizite bei geringerer Erzeugung – insbesondere in den Nachtstunden – durch internationale Importe ausgeglichen. Dieses Zusammenwirken war entscheidend dafür, dass sowohl Netzstabilität als auch Versorgungssicherheit trotz der stark schwankenden Erzeugung aus erneuerbaren Energien jederzeit gewährleistet blieben.“

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