Humanoide Roboter als Fachkräfte
- 16. Juli
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Aktualisiert: vor 11 Minuten
Humanoide Roboter gelten als eine der vielversprechendsten Antworten auf den Fachkräftemangel im deutschen Mittelstand. Noch befindet sich ihr Einsatz in der Probephase, doch Branche und Politik rechnen damit, dass die KI-gestützte Automatisierung in den kommenden Jahren zur festen Größe in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) wird.
Ein Praxisbeispiel liefert das Münchener Start-up Devanthro: Der humanoide Pflegeroboter „Robody“ unterstützt ältere Menschen im Alltag und entlastet ambulante Pflegedienste. Pflegekräfte steuern einzelne Aufgaben wie die Medikamentengabe per VR-Brille aus der Ferne. Statt eines Kaufs bietet der Anbieter ein Mietmodell für rund 690 Euro monatlich an, ein Beispiel für den wachsenden Trend zu Robotics-as-a-Service.
Auch in der Industrie zeigen sich erste Erfolge: Der Autozulieferer Schaeffler setzt humanoide Roboter bereits im laufenden Produktionsbetrieb ein, um körperlich belastende und monotone Tätigkeiten zu übernehmen und so die Arbeitssicherheit zu erhöhen.
Eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom unterstreicht das Potenzial: Mehr als die Hälfte der deutschen Industrieunternehmen erwartet, dass humanoide Roboter dem Fachkräftemangel entgegenwirken, fast sieben von zehn sehen Vorteile bei der Arbeitssicherheit. Aktuell setzen jedoch erst sechs Prozent der Unternehmen die Technologie tatsächlich ein, während 62 Prozent der Beschäftigten dem Wandel skeptisch gegenüberstehen, meist aus Sorge um den eigenen Arbeitsplatz.
Anbieter wie Agile Robots und NEURA Robotics betonen einen zentralen Vorteil humanoider Roboter gegenüber klassischen Industrierobotern und Cobots: Sie lassen sich flexibel vernetzen, lernen kontinuierlich dazu und passen sich, anders als starre Produktionslinien, an bestehende, für Menschen gestaltete Arbeitsumgebungen an. Gerade für den Mittelstand, der selten in unflexible Großanlagen investieren kann, ist das ein entscheidender Wettbewerbsvorteil im Rahmen von Industrie 4.0.

Wie viel Kapital der Markt aktuell anzieht, zeigt NEURA Robotics: Mit 1,4 Milliarden US-Dollar sicherte sich das Unternehmen die größte Finanzierungsrunde, die je ein deutsches Robotik-Start-up erzielt hat. Für die kommenden fünf Jahre erwartet die Branche Marktreife in Bereichen wie Lagerlogistik, flexibler Montage, Qualitätskontrolle sowie einfachen Dienstleistungen in Gesundheitswesen und Handel.